Heiß, heißer, “The Spirit”. Eines kann man Frank Miller nicht vorwerfen: die Darstellerinnen von “The Spirit” hat er grandios in Szene gesetzt. Seine aktuelle Geliebte wirft dem Spirit vor, dass er alle Frauen, die er trifft, liebe. Verübeln kann man es ihm nicht, doch es wird schnell klar, dass nur eine Frau jemals das Herz des ehemaligen Polizisten für sich gewinnen konnte: Sand Saref. Früher das Mädchen von nebenan, heute die Femme Fatale. Nach dem Tod ihres Vaters geriet sie auf die schiefe Bahn. Eine Juwelendiebin, die reiche Männer ausnutzt, um an mehr Glitzer und Glamour zu gelangen. Eva Mendes versprüht in ihrer Rolle so viel Coolness, dass die Leinwand gefriert. Sie verkörpert die wütende, schmucksüchtige Frau, die ihre Reize nutzt.

Ganz anders die aktuelle Geliebte vom Spirit, die Chirurgin Ellen Dolan. Sie ist die intelligente, unnahbare Ärztin, die beim Anblick des Spirits weich wird. Sie durchschaut ihn trotzdem und weiß um seine Wirkung auf Frauen. Sie hofft trotzdem, dass sie den Rächer an sich binden kann. Die verschiedenen Gesichter von Scarlett Johansson als Silken Floss dürften vor allem Männern gefällen. Sie und der Octopus haben eine Schwäche für extravagante Verkleidungen. Als Geisha, Militäroffizier oder Sekretärin mit Brille: das Dekolletée von Johansson steht immer im Vordergrund. Sie stellt die nicht minder wahnsinnige Assistentin von Spirits Erzfeind dar. Besessen von der Idee ihres Chefs tut sie alles für ihn. Ihr gehört sogar die Endpointe, als alles verloren scheint, hat Silken Floss bereits einen neuen Plan, um den Octopus zu retten. Floss ist als Charakter eher eindimensional, an Mimik ist ihr nicht viel abzugewinnen. Sie scheint dennoch die Einzige zu sein, die keine Schwäche für Spirit besitzt.
Eine unterhaltsame Darstellung, wenn auch nur kurz, bietet die Polizistin Morgenstern. Der Name ist Programm, im Militärschritt folgt sie Kommissar Dolan auf Schritt und Tritt. Auch sie hat die strenge, emanzipierte Attitüde der Ärztin.

Kurze Auftritte haben auch das Model Jamie King und Paz Vega. Jamie King spielt eine Sirene, den Engel des Todes, der dem Spirit immer wieder im Traum erscheint. Als er ins Wasser fällt, versucht sie ihn, in den Tod zu führen, da er der einzige Mann ist, dem es bisher gelang, dem Tod zu entkommen. Als er sich befreit, verwandelt sich ihr ätherisches Wesen in eine nach Rache keifende Furie. Paz Vegas Auftritt ist ebenfalls kurz, aber prägnant. Sie spielt eine orientalische Bauchtänzerin. Als Spirit gefangen in Octopus Quartier aufwacht, tanzt sie verführerisch für ihn. Doch die Freude währt nur kurz: Octopus möchte, dass sie den Spirit in einzelne Teile zerhackt. Die psychotische Killerin durchkreuzt diesen Plan jedoch, indem sie Spirits Fesseln zerschneidet, da sie sich an eine vergangene Romanze erinnert.

Insgesamt sind die Frauen des Films alle wunderschön und verkörpern Weiblichkeit. Allzu oft wirken sie jedoch wie Marionetten von Octopus oder dem Spirit. Weibliche Klischees wie Schwäche, Naivität, Zickigkeit und Gier werden ihnen von Frank Miller aufgedrückt.